ATHLETEN INFOS - Athletenberichte - Falko-Holger Ostertag

Bericht von Falko-Holger Ostertag

Ironman Germany am 23.07.2006 (European Championship)

Nach langem Überlegen habe ich mich nun dazu entschlossen, auch einmal „kurz“ von meinen Erfahrungen mit dem Frankfurt Ironman zu berichten. 2006 war meine nunmehr 4te Teilnahmen am Ironman in Frankfurt und ich muss/kann sagen, dass es jedes Jahr etwas völlig neues und tolles für mich ist. Um gleich vorab darauf hinzuweisen: „Dies ist der kurze Bericht eines zwar ambitionierten aber dennoch nur Freizeitsportlers, der deswegen am Ironman teilnimmt, weil es ihn eben gibt.“ Die Trainingsvorbereitungen waren innerhalb der letzten 12 Wochen so wie immer. D. h. Wenn am Wochenende sowie abends Zeit war wurde trainiert und ich war froh, dass wegen der Weltmeisterschaft der Ironman zwei Wochen später terminiert war.

Mein Schwimmtraining fand im 50 Meterbecken statt und war maximal 2400 Meter lang. Radfahren zur Arbeit und wieder zurück (74 km) sowie zwei lange Touren vorher, da zu mehr die Zeit nicht reichte. Das einzig was wie immer gut funktionierte war das Lauftraining. Da das Laufen zu jeder Tages und Nachtzeit stattfinden kann und wenn ich ehrlich bin, für mich auch die angenehmste Sportart ist, da ich hierbei richtig abschalten kann.

Doch nun zum Ironman. Freitags hin zur Vorbesprechung, vorher die Unterlagen am Römer abgeholt und erfahren, dass wie befürchtet wegen der Wassertemperatur (über 24°) kein Neopren erlaubt ist. Aber das war auch das einzig „Negative“ bei der Besprechung. Ansonsten habe ich wieder die Atmosphäre auf mich einwirken lassen und mich auf die nächsten beiden Tage gefreut.

Samstag hin zum Waldsee und nach einem Check beim Bike-Service (meine Schaltung ging danach wieder vernünftig) mein Fahrrad und die Beutel abgegeben und noch eine Runde im See geschwommen. Dabei habe ich mich daran erinnert, als ich 2003 zum ersten Mal an diesem See stand. Ich schaute an ihm entlang und bekam ein absolut flaues Gefühl im Magen, da der See überhaupt kein Ende zu nehmen schien.

Sonntag nach einem frühen Aufstehen normal gefrühstückt und mit meinen Klamotten ab ins Auto. Meine Frau hatte sich freundlicher Weise dazu bereiterklärt mich zum See zu fahren. Beim See angekommen überprüfte ich erst einmal mein Rad und zog mich dann um. Die Aufregung nahm langsam aber stetig zu und beim Gang zum Wasser kam mir von den Dixihäusern ein Duft entgegen, der meinen Magen in Aufruhr versetzte. Sprich, ich war nahe am K….. . Ab ins Wasser, der Startschuss viel, ein paar Leute gerieten in Panik (Massenstart, teils Unterwasser) und schwammen von der Startlinie zurück, doch auch dies ging vorüber. Da ich wusste, dass ich beim Schwimmen keine Zeit gutmachen kann, bin ich meine Strecke gemütlich gekrault. Nach dem ersten Landgang hörte ich meinen Namen und sah zu meiner Überraschung und Freude drei Kollegen (Lars, Petra und Andreas) die mich anfeuerten. Auf ins Wasser zur zweiten Runde und wieder gemütlich gekrault. Frei nach der Devise ankommen ist alles und ohne Neo ist sowieso keine gute Zeit drin. Ich fühle mich gut und beende nach ein paar Minuten (rein subjektiv gesehen) die zweite Runde. Tatsächlich sind schon 1:49 Stunden auf meiner Uhr. Hoch zum Rad gelaufen und umgezogen in der für mich traumhaften Zeit von 9 Minuten und raus ging es zum Radfahren. Noch einmal wurde ich von Lars, Petra und Andreas angefeuert, was richtig gut tat. Aber was soll ich zum Radfahren sage? Einfach traumhaft! Es war wirklich alles dabei wovon man träumen kann. Langer und starker Regen, sodass ich meine Brille etwas nach vorne schieben musste um mit 4,5 Dioptrien über die Gläser hinweg mehr zu sehen den durch sie hindurch. Dann nach einer Stunde Regen kam die Sonne durch und es war erst einmal eine Dampfküche sondergleichen durch die wir fuhren. Und abschließend fuhr ich dann die letzten 80 km bei ca. 35° im Schatten, die mir noch durch einen Reifenplatten versüßt wurden. Aber ich will auch das Publikum entlang der Strecke auch erwähnen. Es war, wie in all den anderen Jahren, einfach super, toll, hervorragend und hat einen wirklich über die Strecke getragen. Besonders am letzten Aufstieg in Bad Vilbel konnte ich das gut gebrauchen. Oben angekommen wusste ich, das nun nicht mehr viel passieren konnte, denn von nun an ging es nur noch 10 km nach Frankfurt rein (vorwiegend bergab) und danach auf die für mich leichtere 42,195 km Laufstrecke. Also rein nach Frankfurt und noch einmal durch den Tunnel ab in die Wechselzone, wo man mein Rad entgegen nimmt und ich meinen Laufbeutel bekomme. Ich ziehe mich um –Wechselzeit 3,5 Minuten- gehe auf die Laufstrecke und habe nun mit 7:20 Stunden Radfahren bereits 9:22 Stunden auf der Uhr stehen. Reifenpanne lässt grüssen. Kurz überschlage ich die Zeit und komme zu dem Ergebnis, dass ich die 14 Stunden vergessen kann, aber es mit einer Rundenzeit von ca. 1:16 Stunden noch möglich ist mit unter 14:30 Stunden ins Ziel zu kommen. Gesagt getan, ich versuche meinen Laufrhythmus zu finden und wie angedacht im Tempo zu bleiben. Es ist immer noch sehr heiß, doch die Stimmung ist fantastisch und die Verpflegungsstellen gut platziert. Wir laufen den Main abwärts, über die Friedensbrücke rüber, am Deutschherrenufer entlang bis zum Ruderhaus, wieder zurück bis zur Flößerbrücke über den Main und ab zur nächsten Runde. Es sind überall viele Zuschauer und es herrscht Partiestimmung pur. Die Verpflegung ist mehr als ausreichend und es gibt genügend Eiswürfel, die unter der Kappe für die nötige Abkühlung sorgen. Nach der ersten Runde stelle ich fest das ich mit 1:15:30 gut in der Zeit liege. Bei der Verpflegungsstelle am Westhafenplatz nehme ich die Getränke im Gehen zu mir und beschließe dies auch in den nächsten Runden so zu handhaben. Auf die zweite Runde mit 1:16:30 folgt die dritte Runde mit 1:17:30. Ich fühle mich gut und fange an Leute zu überholen, die nur noch gehen oder hinken könne. In der dritten Runde komme ich an Reiner und Dagmar vorbei die nun mit meiner Frau gekommen sind und mich anfeuern. Als ich zum vierten Mal am Ruderhaus ankomme weiß ich nun endgültig, es klappt und lege noch einmal einen Zahn zu. Jemand ruft mir zu, dass der Lauf ja noch sehr locker aussieht und ein paar Japaner kommen mir entgegen klatschen, machen eine halbe Verbeugung und ich frage mich was ein Sportler noch mehr erwarten kann. Nun geht es über die Flößerbrücke und unter der Obermain- und Alten Brücke hindurch in Richtung Ziel. Ich laufe und laufe und es kommt ein Hochgefühl in mir auf, das sich kaum beschreiben lässt. Nun hoch zum Römerberg, durch das Spalier der Zuschauer. Die Arme ausgebreitet laufe ich hindurch und klatsche dir mir ausgestreckten Hände ab. Höre meine Frau rufen und laufe, springe, fliege ins Ziel. Ich bin happy, high und weiß erneut: „You are an IRONMAN! Yes you are!“

Meine Endzeit von 14:29:31 ist für mich unter diesen Bedingungen völlig ok. Denn heute musste man wirklich eisern sein um ins Ziel zu gelangen.

Ich habe hier versucht meine Stimmung wiederzugeben und hoffe es ist mir gelungen. Abschließen will ich nur noch erwähnen, das das Rennen nicht mit dem Zieleinlauf beendet ist sondern danach noch ein tolles Angebot an Speis und Trank (gutes kühles Bier) sowie Dusche und Massage auf einen wartet. Doch vor allem eines sollte sich kein Sportler entgehen lassen: Die Siegerparty danach. Ich war am Montag da um die Stimmung noch einmal zu genießen und mit den anderen die ihren „Slot“ gewonnen hatten zu feiern. Und ich wurde dafür nicht nur mit einer tollen Party belohnt. Nein ich hatte auch noch das Glück eine Reise (die Reise) für zwei Person für 14 Tage zum IRONMAN-2006 nach HAWAII zu gewinnen. Ich dachte nie das ich einmal dort hin komme und nun war ich (mit meinen beiden Kindern) da und wir habe Kailua-Kona und die „World Championship“ erlebt und werde diese Erfahrung sicher nie vergessen. Danke auch an dieser Stelle an Kurt Denk, durch den wir auf HAWAI'I auch noch mit VIP-Karten ausgestattet wurden.

Mein Fazit: Der Ironman in Frankfurt macht nicht nur Spaß sondern lohnt sich auch.

 

Legende:    Externer Link     Interner Link      Email      PDF-Dokument